18. Jahrestagung Kunststoffe in OWL e.V.

Am 24.09.2026 lud Kunststoffe in OWL e.V. zur 18. Jahrestagung ein. Veranstaltungsort war wieder die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld mit ihrem schönen Ostwestfalen-Saal. Unter dem Motto „Kunststoff im Fokus – Die Zukunft gestalten durch Innovation und Zusammenarbeit“ trafen sich rund 75 Teilnehmende. Auch in herausfordernden Zeiten zeigt sich: Der persönliche Austausch bleibt ein wichtiger Impulsgeber. Die Teilnehmenden nutzten die Veranstaltung für spannende Vorträge, neue Perspektiven und wertvolle Gespräche mit Netzwerkpartnern.

Nach einem Grußwort von Benjamin Schattenberg (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) eröffnete Vorstandsvorsitzender Carsten Kießler die Veranstaltung. Er begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung innovativer Ansätze und Zusammenarbeit als Schlüssel, um Zukunftsthemen in der Region gemeinsam erfolgreich zu begegnen und zu meistern.

Moderator Klaus Jansen führte im Anschluss erfolgreich durch die Veranstaltung.

Liane Miller (TILISCO GmbH) eröffnete die Veranstaltung mit einem umfassenden Überblick zur PPWR. In ihrem Vortrag „PPWR nach dem Startschuss – Review der Startphase und Ausblick auf die nächsten Anforderungen“ beleuchtete sie die bisherigen Entwicklungen und gab einen Ausblick auf die kommenden Anforderungen der neuen Verordnung.
Die PPWR betrifft Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entsprechend groß ist der Informationsbedarf, insbesondere mit Blick auf die neuen Rollen, Verantwortlichkeiten und die praktische Umsetzung der Verordnung. Wie relevant das Thema für die Teilnehmenden war, zeigte sich auch im Anschluss an den Vortrag: Zahlreiche Nachfragen und intensive Gespräche mit Frau Miller während der Netzwerkpausen machten deutlich, dass die PPWR die Branche weiterhin stark beschäftigt.
(Den Vortrag finden sie hier.)

Mit dem Vortrag „Maschinenverordnung: Die wichtigsten Änderungen für Betreiber“ von von Christopher Weindel (ARBURG GmbH + Co KG) folgte ein weiterer praxisnaher Impuls zu aktuellen regulatorischen Anforderungen. Ab dem 20. Januar 2027 gilt die neue Maschinenverordnung verbindlich und bringt sowohl für Hersteller als auch für Betreiber neue Anforderungen, Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten mit sich. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Thema IT-Sicherheit, das durch den Cyber Resilience Act zusätzlich an Bedeutung gewinnt.
(Den Vortrag finden sie hier.)

Technologien wie Künstliche Intelligenz und virtuelle Assistenzsysteme gewinnen angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels, steigenden Kostendrucks und wachsender regulatorischer Anforderungen zunehmend an Bedeutung. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, vorhandenes Wissen systematisch zu sichern, Mitarbeitende im Arbeitsalltag zu unterstützen und Prozesse effizienter zu gestalten.

Im Vortrag „VIPRA – Digitale Assistenz potenziert und transferiert Wissen in der Kunststoffproduktion“ zeigten Dr. Kenny Saul (SHS plus GmbH) und Andreas Holt (today – tomorrow – together), welche Potenziale digitale Assistenzsysteme insbesondere für die Kunststoffproduktion bieten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Wissen mithilfe digitaler Technologien besser verfügbar gemacht, weitergegeben und langfristig im Unternehmen gesichert werden kann. Gleichzeitig gaben die Referierenden einen spannenden Ausblick darauf, welche Rolle KI-gestützte Assistenzlösungen künftig in der Produktion spielen können, von der Unterstützung bei täglichen Aufgaben bis hin zum gezielten Wissenstransfer zwischen Mitarbeitenden und Generationen.
(Den Vortrag finden Sie hier.)

Im Anschluss erfolgte die Verleihung des Kunststoff-Innovationspreis 2026. Ziel des Kunststoff-Innovationspreis ist es, Innovationen in der Branche zu würdigen und junge Nachwuchskräfte für ihr Engagement auszuzeichnen. Der Preis ist in die Kategorien Nachwuchs und Industrie unterteilt.

In diesem Jahr ging der mit 500 € dotierte Preis in der Kategorie „Nachwuchs“ an Riccarda Grigo (TH OWL / POS TUNING GmbH) für ihre erfolgreiche Masterarbeit „Qualifizierung eines fertigungsentkoppelten Materialprüfprozesses auf Basis filamentbasierter additiver Fertigung von Probekörpern aus Kunststoffgranulaten“. Betreut wurde die Masterarbeit von Prof. Dr.-Ing.  André Springer von der TH OWL vom Fachbereich Produktion und Technik. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der POS TUNING GmbH.

Der Innovationspreis in der Kategorie „Industrie“ ging in diesem Jahr an die HB-Therm AG. Ausgezeichnet wurde eine innovative Lösung, bei der ein aufwendig gefertigtes Kühlwassermodul aus Messing durch ein Spritzgussbauteil aus Hochleistungskunststoff ersetzt wurde.
Gerade vor dem Hintergrund der häufig kritisch geführten Diskussion über den Werkstoff Kunststoff setzt die Entwicklung ein starkes Zeichen für dessen Potenzial als leistungsfähiger und ressourceneffizienter Werkstoff. Durch innovative Ingenieurskunst konnte ein Bauteil, das zuvor in mehreren aufwendigen Prozessschritten gefertigt wurde, durch einen einzigen Spritzgießprozess ersetzt werden.

 

Das Ergebnis überzeugt gleich in mehrfacher Hinsicht: Das neue Bauteil reduziert das Gewicht, verkürzt die Herstellzeit deutlich und senkt zugleich die mit der Produktion verbundenen CO₂-Emissionen. Die ausgezeichnete Lösung zeigt eindrucksvoll, wie durch intelligente Werkstoffauswahl und innovative Fertigungskonzepte nicht nur Prozesse optimiert, sondern auch konkrete Beiträge zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit geleistet werden können.
Weitere Informationen: Innovative Kunststofflösung aus PPS| HB Therm

Im Anschluss an die Themen Regulatorik und Technologie sowie die damit verbundenen Veränderungen richtete Judith Tušek (Judith Tušek Change Consulting) den Blick auf die zentrale Frage, wie Veränderungsprozesse in Unternehmen erfolgreich gestaltet und umgesetzt werden können.

Multiple Krisen, rasante technologische Entwicklungen und weitreichende Zukunftsthemen stellen Unternehmen und ihre Mitarbeitenden vor große Herausforderungen. Gleichzeitig wächst bei vielen Beschäftigten das Gefühl von Veränderungsmüdigkeit und Überforderung. Dennoch lassen sich notwendige Transformationsprozesse nicht aufschieben: Unternehmen müssen neue Anforderungen aufgreifen, Strukturen weiterentwickeln und ihre Mitarbeitenden auf dem Weg der Veränderung mitnehmen.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand daher die Frage, wie Veränderung nicht nur angestoßen, sondern nachhaltig in Unternehmen verankert werden kann. Denn erfolgreiche Transformation erfordert neben strategischen Entscheidungen vor allem Orientierung, Kommunikation und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden. Wer die notwendigen Veränderungen frühzeitig erkennt und die richtigen Weichen für die Zukunft stellt, schafft die Grundlage, um auch in einem dynamischen Marktumfeld langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
(Den Vortrag finden Sie hier.)

Zum Abschluss folgte die Podiumsdiskussion „Zukunft gestalten in bewegten Zeiten – Die deutsche Kunststoffindustrie zwischen Krisenmodus und Zukunftschancen“ mit allen Vortragenden, Dr. Lutwin Spix (Vorstand Kunststoffe in OWL e. V.) und Moderator Klaus Jansen. Gemeinsam wurde auf die aktuelle Stimmung in der Kunststoffbranche, im Mittelstand und in der Region OWL geblickt und diskutiert, wie Unternehmen mit den vielfältigen Herausforderungen und Zukunftsthemen umgehen können.

Dabei wurde ein durchaus positives Bild der Region OWL gezeichnet. Trotz der derzeit herausfordernden Rahmenbedingungen bieten die starken Netzwerke, die enge Zusammenarbeit von Unternehmen und Institutionen sowie die ausgeprägte Innovationskraft in der Region gute Voraussetzungen, um die anstehenden Veränderungen aktiv zu gestalten. Der Austausch zeigte: Gerade in bewegten Zeiten sind Kooperation und gemeinsames Handeln wichtige Faktoren, um neue Chancen zu erkennen und den Blick auf die Zukunft zu richten.

Nach sechs Stunden intensiven Programms bot Kunststoffe in OWL e. V. ab 18:00 Uhr die Gelegenheit, den Tag bei einem Imbiss und in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen. Zahlreiche Teilnehmende nutzten die Zeit, um Gespräche zu vertiefen, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Verbindungen zu knüpfen. Gegen 19:30 Uhr endete damit eine abwechslungsreiche und erfolgreiche Jahrestagung, die einmal mehr zeigte: OWL steht für Innovation, Zusammenarbeit und starke Netzwerke.

Die 18. Jahrestagung machte deutlich, dass aktuelle Herausforderungen auch neue Chancen eröffnen. Regulatorische Anforderungen müssen nicht ausschließlich als Belastung verstanden werden, sondern können Impulse für Veränderungen und Innovationen geben. Gleichzeitig werden neue Technologien zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Klar wurde auch: Die großen Zukunftsthemen müssen aktiv angegangen werden und dafür bietet die Region OWL mit ihren leistungsfähigen Netzwerken, ihrer Innovationskraft und ihrer ausgeprägten Kooperationskultur beste Voraussetzungen.

Kunststoffe in OWL e. V. bedankt sich herzlich bei allen Referentinnen und Referenten, Partnern und Teilnehmenden für die vielfältigen Impulse, den offenen Austausch und die zahlreichen Gespräche. Die 18. Jahrestagung hat gezeigt, wie wertvoll gemeinsames Engagement und Vernetzung für die Zukunft der Kunststoffbranche sind. Umso mehr freuen wir uns darauf, diesen Austausch bei den kommenden Veranstaltungen fortzusetzen.

Die Jahrestagung wurde unterstützt von:

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Kunststoffe in OWL
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