Netzwerkveranstaltung Ausbildung gemeinsam gestalten

Die Kunststoffbranche zählt zu den wichtigsten Industriezweigen in Ostwestfalen-Lippe. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, braucht die Region vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Wie Unternehmen, Schulen und weitere Bildungspartner gemeinsam die Ausbildung der Zukunft gestalten können, stand im Mittelpunkt derNetzwerkveranstaltung „Ausbildung gemeinsam gestalten“, zu dem das JOBvision-Projekt ZAKowl – Zukunft der Ausbildung in der Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe gemeinsam mit Kunststoffe in OWL e. V. im Rahmen des Arbeitskreises Qualifizierung und Ausbildung am 14. Juli 2026 nach Lemgo eingeladen hatte.

Insgesamt 34 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Berufskollegs, Kammern und weiteren Einrichtungen der beruflichen Bildung nutzten die Veranstaltung, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Ausbildung zu entwickeln.

Herausforderungen angehen

Den Einstieg gestaltete Carsten Kießler, Leiter des Instituts für Kunststoffwirtschaft OWL. Anhand aktueller Studien und regionaler Daten zeigte er, dass die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Kreis Lippe in den vergangenen Jahren deutlich stärker zurückgegangen ist als im Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt, obwohl viele junge Menschen weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Dies verdeutlicht, dass künftig vor allem die Passung zwischen Betrieben und Auszubildenden verbessert werden muss.

Darüber hinaus machte der Impulsvortrag deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen der Ausbildung spürbar verändert haben. Unternehmen berichten unter anderem von steigenden Anforderungen in der Betreuung der Auszubildenden, Defiziten bei Basiskompetenzen und veränderten Erwartungen junger Menschen an Ausbildung und Arbeitswelt. Schulen stehen gleichzeitig vor Herausforderungen wie einer zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft, psychischen Belastungen sowie den Auswirkungen sozialer Medien auf Lern- und Sozialverhalten. Die zentrale Erkenntnis: Eine erfolgreiche Ausbildung gelingt nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Austausch aus unterschiedlichen Perspektiven

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Tobias Haak (IHK Lippe zu Detmold), Christian Hasse (Lüttfeld-Berufskolleg), Samuel Kastein (groku Kunststoffe GmbH) und Sabrina Miglietta (Schulsozialarbeit am Lüttfeld-Berufskolleg) unter der Moderation von Ann-Marie Honemeyer (Lippe Bildung eG) über die aktuellen Herausforderungen in der Ausbildungspraxis.

Dabei wurde deutlich, dass viele Fragestellungen branchenübergreifend auftreten und von allen Beteiligten ähnlich wahrgenommen werden. Einigkeit bestand darüber, dass Orientierung, wertschätzende Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und eine individuelle Begleitung der Auszubildenden heute ebenso wichtig sind wie die Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Ausbildung wurde dabei als gemeinsame Aufgabe verstanden, die nur im engen Zusammenspiel von Unternehmen, Schulen, Schulsozialarbeit, Kammern und weiteren Partnern erfolgreich gestaltet werden kann.

Positive Resonanz und Blick nach vorn

Auch die Teilnehmenden beteiligten sich engagiert an der Diskussion und brachten ihre Erfahrungen aus der Praxis ein. Die abschließende digitale Befragung bestätigte den positiven Eindruck der Veranstaltung: Besonders hervorgehoben wurden die Aktualität der Themen, der hohe Praxisbezug sowie der offene Erfahrungsaustausch. Viele Teilnehmende sprachen sich für eine Fortsetzung des Formats aus.
Als wichtige Zukunftsthemen wurden insbesondere die Förderung von Future Skills, die Gewinnung und Bindung von Auszubildenden sowie ein regelmäßiger Austausch zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen genannt.

Die Veranstaltung war eine gemeinsame Veranstaltung von Kunststoffe in OWL e. V. und dem JOBvision-Projekt „ZAKowl – Zukunft der Ausbildung in der Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe“.
ZAKowl unterstützt Unternehmen dabei, ihre Ausbildung zukunftsfähig weiterzuentwickeln, Fachkräfte von morgen zu gewinnen und sowohl Ausbilderinnen und Ausbilder als auch Auszubildende durch passgenaue Qualifizierungsangebote zu stärken. Das Projekt wird als JOBvision-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

         

Alle Fotos: Dirk Prager (Lippe Bildung eG)

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